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Anschrift

Gerold Weber
Solartechnik GmbH
Gerberstraße 11
77855 Achern-Mösbach


Standort / Wegbeschreibung

Öffnungszeiten Büro

Mo–Fr 8:00–17:00 Uhr


Offene Ausstellung

Sa 9:00–13:00 Uhr

Anerkennung Handwerk 2006

Von einem bewussteren Umgang mit der Mobilität über die erste Solaranlage zum Vollzeit-Engagement für die Energiewende

Wer oder was ist Gerold Weber Solartechnik? “Das sind die mit dem Sonnensegel. – Die fahren mit Rapsöl. – Die haben das Solarhaus gebaut. – Bei denen läuft eines der ersten Pflanzenöl-BHKWs in Deutschland. – Da kann man alte CDs abgeben.” Die Liste von möglichen Antworten von Bewohnerinnen und Bewohnern aus der Ortenau ließe sich beliebig verlängern – bis hin zu “Da war ich im Kino.”

So ist Gerold Weber Solartechnik bekannt, als der Heizungs- und Solarfachbetrieb in der Ortenau, der nicht nur konsequent Solarwärme, Solarstrom, Holzheizungen und Blockheizkraftwerke anbietet, sondern der auch aktiv am gesellschaftlichen Leben in der Region teilnimmt. Und der dabei immer wieder neue Impulse setzt: für das kulturelle und soziale Leben und vor allen Dingen für den Umwelt- und Klimaschutz, den jeder einzelne leisten kann. Open-Air-Kino und Kabarett, der Ökologie-Lehrpfad auf dem Firmengelände und ein Solar-Frühstück für Frauen sind nur einige Beispiele.

“Wenn wir nichts tun, ändert sich nichts”

1996 hat der heute 42-jährige Gerold Weber das Unternehmen als Ein-Mann-Betrieb gegründet. Auslöser für sein Umweltengagement war ein Vortrag von Dr. Franz Alt, ehemaliger Fernseh-Moderator und leidenschaftlicher Verfechter der Energiewende. Ungefähr 15 Jahre ist das jetzt her, aber Weber erinnert sich noch, als wenn es gestern war. “Das hört sich toll an, habe ich gedacht”, erzählt er, “aber es wird sich nichts ändern, wenn wir nichts tun.” Gesagt, getan. Sein erster Schritt war, den eigenen Fuhrpark zu verkleinern und ein Elektroauto anzuschaffen. “Über die Geschichte bin ich dann immer tiefer reingerutscht und konnte nicht mehr zurück.”

Oft wurde er auf das Elektroauto angesprochen. Als ein Bekannter eine Solaranlage haben wollte, um damit sein Wasser zu erwärmen, war es Gerold Weber, der diese plante und installierte. Mit den Jahren wurden es immer mehr Anlagen, bis es neben seiner Vollzeitbeschäftigung nicht mehr zu bewältigen war. Zeit für einen Neuanfang, Zeit, sich ganz den erneuerbaren Energien zu widmen.

Daraus ist ein Fachbetrieb geworden, der sich auf regenerative Energietechnik spezialisiert hat und mit dem eigenen Betrieb vorlebt, wie Umweltschutz in Theorie und Praxis aussehen kann. Auch wenn die Öffentlichkeitsarbeit für die Umwelt dem Team ein Anliegen ist, so steht doch immer der Kunde im Mittelpunkt. Er oder sie soll die für ihn ideale, maßgeschneiderte Anlage bekommen, sei es im Alt- oder Neubau, basierend auf Sonne, Holz oder Kraft-Wärme-Koppelung, sei es eine komplette Anlage oder ein neuer Heizkessel.

Auch Kooperation wird im Unternehmen groß geschrieben, nicht nur mit Verbänden wie Regenerative Energien Mittelbaden (R.E.M.) und Unternehmensgrün, bei denen Weber aktiv mitarbeitet, sondern auch im Verband der Solar-Partner e.V. Das Untenehmen ist einer der Gründungsmitglieder des Netzwerkes aus fünf Firmen in Bayern und Baden-Württemberg (bis 2005 Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaften e.V.). Seit 1995 arbeiten sie im Einkauf und im Marketing, bei Schulungen und technischer Weiterentwicklung zusammen, um ihren Kunden stets qualitativ hochwertige Anlagen auf dem Stand der Technik mit einem überzeugenden Preis-Leistungsverhältnis anbieten zu können. Über 150 feste Mitarbeiter und freie Solarberater sowie zahlreiche Partnerbetriebe arbeiten unter dem Dach der Solar-Partner zusammen. Ihr Ziel: eine hundertprozentige Versorgung durch erneuerbare Energien.

Vom Dachwurz bis zur Windkraftanlage

Das ökologische Handeln beginnt damit, dass die Firma die Energietechnik, die sie anbietet, selbst nutzt. Auf dem Hof steht eine nachgeführte Solarstromanlage mit einer Spitzenleistung von 1,8 Kilowattpeak (kWp). An einem guten Tag produziert das Sonnensegel 12 kWh Klima schonenden Strom.

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt die Wärme für die Büros. Durch seine Kraft-Wärme-Koppelung setzt das Mini-Kraftwerk die Energie besonders effizient ein. Der Strom, der bei der Wärmeerzeugung anfällt, wird in das Netz eingespeist. Während herkömmliche BHKWs noch mit Gas oder Öl betrieben werden, ist bei Gerold Weber Solartechnik bereits ein Blockheizkraftwerk in Betrieb, das mit Pflanzenöl betrieben wird. Weber hat die Pioniertätigkeit des Herstellers SenerTec unterstützt, indem er eines der Modelle aus der Nullserie im Unternehmen installiert hat.

Bei Vorträgen und auf anderen Veranstaltungen zeigen die Fachleute am Beispiel des BHKWs, wie Kraft-Wärme-Koppelung in der Praxis funktioniert. Auch die Hackschnitzelanlage, mit der die Halle beheizt werden kann, wird gern besichtigt.

Firmeninhaber und mehrere Mitarbeiter besitzen eigene Solarstromanlagen. Außerdem betreiben sie eine Wasserkraftanlage im Schwarzwald und sind an Windkraftanlagen beteiligt.

Lebensraum für Flora und Fauna

Dachwurz, Fledermäuse und Zaunechsen sind gern gesehene Gäste bei Gerold Weber Solartechnik. Das Unternehmen pflegt Flora und Fauna, indem es zum Beispiel ein 600 m² großes Gründach und eine Außenanlage mit heimischen Pflanzen und Gräsern hat. Letztere wird von einer Trockenmauer eingerahmt, in der es sich Spinnen, Eidechsen, Salamander und andere Gäste gemütlich machen können. Auf dem ganzen Gelände befinden sich Nistkästen, Nester und Bruthilfen. Ein Beispiel sind Fledermausnistkästen. Die Parkplatzfläche wurde entsiegelt. Das Wasser aus der Regenwasserzisterne mit 11.800 Litern wird für die Gartenbewässerung verwendet. So schont die Firma kostbare Trinkwasser-Reserven.

Pflanzenöl tanken

Am Anfang war die Mobilität, und die hat auch heute noch Bedeutung. Zur Firmenflotte gehören drei Drei-Liter-Autos, ein VW-Lupo und zwei Audi A2, die mit Biodiesel fahren. Außerdem sind zwei Toyota Prius dabei. Das Hybridfahrzeug mit einer Kombination von Benzin- und Elektromotor ist die Nummer 1 beim energiesparenden Verbrauch. Mehrere Montage-Wägen fahren mit Rapsöl von der firmeneigenen Pflanzenöl-Tankstelle.

Auftanken können Besucher auch in der Firma, zum Beispiel am Gepa-Regal. Hier gibt es Schokolade, Kaffee und vieles mehr aus fairem Anbau. Das Gepa-Regal war ein Projekt des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ). Seit 2003 bietet Gerold Weber Solartechnik jedes Jahr einem jungen Menschen die Gelegenheit, hier einen Einblick in ein wirtschaftlich erfolgreiches Untenehmen und konsequenten betrieblichen Umweltschutz zu gewinnen. Im vergangenen Jahr wurde im Rahmen des FÖJ eine Sammelstelle für alte CDs aufgebaut. Sie hat sich schnell in der Region etabliert. Privatpersonen, Firmen und Vereine geben ihre CDs nun hier ab, damit sie in den Behindertenwerkstätten Altötting in Bayern recycelt werden können.

Auch im Büro ökologisch

Ökologisch sind auch die Möbel und Materialien in der kaufmännischen Abteilung. Tischplatten und Papierkörbe sind aus massivem Holz aus heimischen Wäldern. Alle Reinigungsmittel, die verwendet werden, sind biologisch abbaubar. Die Mitarbeiter benutzen recyceltes Briefpapier und Bleistifte mit Fairness Siegel. Das Obst für die tägliche Vesper stammt aus ökologischem Anbau, der Apfelsaft kommt von der eigenen Streuobstwiese. Mülltrennung versteht sich von selbst. Und auch bei den elektrischen Geräten wird umsichtig gehandelt, angefangen von energiesparenden Lampen bis zu Flachbildschirmen mit niedrigem Energieverbrauch.

Um Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu zeigen, wie jeder seinen Teil zum Umweltschutz beitragen kann und vor allen Dingen, dass es Spaß macht und wirtschaftlich und ästhetisch ist, lässt sich das Team immer wieder etwas Neues einfallen. 2005 ist beispielsweise ein Ökologie-Lehrpfad dazu gekommen. Gruppen aus Schulen, Firmen und Vereinen können nun auf rund 15 Stationen im Haus und auf dem Gelände das ökologische Gesamtkonzept kennen lernen. Solares Basteln war ein Teil des Sommerferienprogramms, Fachvorträge finden regelmäßig statt, und manchmal sind es einfach “nur” kulturelle Veranstaltungen, die die Menschen anziehen und so mit Umweltschutz und regenerativen Energien in Kontakt bringen. Kabarett, Kino und Konzerte waren schon im Programm. Über Tausend Gäste waren schon auf dem Tag der offenen Tür, der jedes Jahr stattfindet. Aber die Menschen kommen nicht nur in das Unternehmen, Gerold Weber und seine Fachleute gehen auch zu ihnen. Auf Vorträgen in Schulen, bei Vereinen und Unternehmen informieren sie über regenerative Energietechnik und umweltbewusste Unternehmensführung.

Das i-Tüpfelchen ist das 100%-Solarhaus in Kappelrodeck, für das die Firma das Nullheizenergiekonzept entwickelt hat. Auch hier ist Gerold Weber Solartechnik wieder Vorreiter. Vor kurzem wurde eine europäische Solarthermie-Plattform (ESTTP) ins Leben gerufen, die das 100 Prozent solar beheizte Haus bis 2030 als Baustandard etablieren will. In der Ortenau ist es schon Realität.